ASSISTENZ-GUIDE

CONNECT · EXPLORE · DEEPEN

EXPLORE 10. Nov, 18:30-22:00, Openki Zürich – Raphael

CONNECT 8. Dez, 18:30-22:00, Openki – Greg

DEEPEN | Playspace 19. Dez, 13:00-22:00, Gesundungsraum –

DEEPEN | SlowDown & Listen 27.-30. Dez, Gesundungsraum – ev. Melanie

EXPLORE 5. Jan, 18:30-22:00, JupiterSpace Zürich – ev. Raphael

DEEPEN | Playspace *Female 6. Feb, 13:00-22:00, Gesundungsraum – ev.

CONNECT 8. Feb, 18:30-22:00, JupiterSpace Zürich –

EXPLORE 9. März, 18:30-22:00, JupiterSpace Zürich –

DEEPEN | Intimacy & Boundaries, ab Fr Abend 12.–14. März, Gesundungsraum –

DEEPEN | Playspace 10. April, 13:00-22:00, Gesundungsraum – Agata

CONNECT 13. April, 18:30-22:00, JupiterSpace

EXPLORE 11. Mai, 18:30-22:00, JupiterSpace

DEEPEN | Power & Attunement ab Fr Abend 14.-17. Mai, Gesundungsraum – Agata,

CONNECT 8. Juni, 18:30-22:00, JupiterSpace


Leitfaden & Rahmenvereinbarung für Assistent:innen

Schön, dass du als Assistenz Teil des Teams bist! Die Qualität, Sicherheit und Entlastung in unseren Forschungsräumen beruht maßgeblich auf einer wachen, präsenten und geerdeten Raumhaltung im Team. Diese Seite gibt dir Orientierung über deine Rolle, Abläufe und unsere gemeinsamen Vereinbarungen.

1. Voraussetzungen für die Assistenzrolle

Damit du den Raum gemeinsam mit mir stabil und reflektiert halten kannst, bringst du folgende Voraussetzungen mit:

  • Eigene Vorerfahrung: Du hast bereits an meinen Formaten (CONNECT, EXPLORE oder DEEPEN) teilgenommen und verfügst über etwas Vorerfahrung in somatischer Körperarbeit, sex-positiven Begegnungsräumen/ Tantra und Nervensystem-Sensitiver Prozessbegleitung.
  • Gemeinsamer Rahmen: Du hast dich mit dem Eventausschrieb und Rahmen (Gemeinsame Vereinbarungen) kritisch auseinandergesetzt und verkörperst deren Ausrichtung.
  • Diskriminierungskritische Haltung: Du teilst meine Haltung zu Konsens, Diversität und dem aktiven Gegenwirken von Sexismus, Rassismus, Queerfeindlichkeit und Ableismus.
  • Kapazität zur Selbstregulation: Du kennst deine eigenen Grenzen, Trigger und Belastungsgrenzen und kannst auch bei hoher emotionaler oder sexueller Dynamik im Feld zentriert bleiben.
  • Bereitschaft zur Selbstreflexion: Du bist offen dafür, eigene Projektionen, blinde Flecken oder Reaktivitäten im Team-Sharing ehrlich anzusprechen und zu verarbeiten.
  • Verbindlichkeit: Zuverlässiges Erscheinen zu den vereinbarten Briefing- und Debriefing-Zeiten.

2. Deine Rolle im Raum & Umgang mit Projektionsflächen

Als Assistenz bist du Mit-Raumhalter:in, Landeplatz und Vorbild im Feld. Deine Aufgaben umfassen:

  • Wache Präsenz & Bezeugen: Du hältst den Raum mit, beobachtest Dynamiken aufmerksam und hast ein Auge auf den Konsens- und Sicherheitsrahmen.
  • Co-Regulation & Landefeld: Du stehst Teilnehmenden zur Seite, wenn emotionale Herausforderungen, Überforderung oder Reaktivität auftauchen und eine ruhige Begleitung gebraucht wird.
  • Flexibles Einspringen: Du machst bei Übungen mit, wenn eine ungerade Teilnehmendenzahl herrscht.
  • Praktische Unterstützung: Hilfe beim Auf- und Abbau, Betreuung der Verpflegung/Tees und Bereithalten von Materialien.
Rollenklarheit & Projektionsfläche:

In Räumen, in denen es um bewusste Intimität, Nacktheit und Sexualität geht, wirst du als Teil des Leitungsteams automatisch als Projektionsfläche wahrgenommen. Teilnehmende schreiben dir unbewusst oft mehr Souveränität, Sicherheit oder Attraktivität zu (Übertragung). Sei dir dieser feinen Machtdynamik bewusst: Nutze deine Rolle nicht zur eigenen Bestätigung, sondern bleib in deiner verankerten, dienenden Haltung für das Feld.

Was bedeutet „ohne Sex“ im Assistenz-Kontext?

Kein Ausleben eigener sexueller oder romantischen Zielorientierungen mit Teilnehmenden während des Events. Keine Genitalberührungen oder das aufbauen oder nachgehen von sexueller Erregung, ausser in angeleiteten, darauf ausgelegten Übungen mit den eigenen Übungspartner:innen. Richte dich darauf aus, dass Teilnehmende untereinander in Kontakt kommen und sich ausprobieren, und dich vor allem als Unterstützung nutzen, wenn sie sich herausgefordert fühlen.

Nutze das Assistenzteam als Ort für Austausch, emotionale Unterstützung und Co-Regulation. Dies ist ausdrücklich keine Einladung, im offenen Raum mit anderen Assistent:innen in romantische oder sexuelle Sessions einzutauchen. Achte darauf, gut genährt und mit eigener Selbstanbindung zum Event zu kommen.

Rolle speziell im Playspace (Free Flow Phase)

Während der freien Forschungsphase im Playspace Format verändert sich deine Rolle leicht:

  • 1:1-Räume betreten (ohne Sex): Wenn du aktiv von Teilnehmenden als begegnendes Gegenüber eingeladen wirst, und du dazu ein Ja hast, darfst du dich in entschleunigte 1:1 oder Gruppen-Inseln vertiefen (z. B. Kuscheln, Massieren, somatisches Erkunden).
  • Gruppenimpulse ins Feld geben: Du bist herzlich eingeladen, die Dynamik im Raum mitzugestalten und kleine Gruppeninseln zu öffnen (z. B. „Lust auf eine Shibari-Runde?“ oder „Hier startet eine Radical-Honesty-Sharing-Insel“).

3. Zeitlicher Ablauf & Team-Zeiten

Damit wir als Team entspannt und ausgerichtet in den Raum gehen, gelten folgende Zeiten:

  • CONNECT & EXPLORE (Abendformate):
    • Vorbereitung: 1 Stunde vor Beginn da sein (Aufbau & gemeinsames Briefing/Check-in).
    • Nachbereitung: Ca. 30 Minuten nach Ende (Abbau & kurzes Debriefing).
  • DEEPEN Spaces & Retreats (Tages- & Mehrtagesformate):
    • Vorbereitung: 1,5 Stunden vor Beginn da sein (Aufbau & ausführlicher Sharing Circle im Team).
    • Nachbereitung: Ca. 30–45 Minuten Abbau. Das Debriefing findet entweder direkt im Anschluss bei einem gemeinsamen Essen statt oder in einem vereinbarten ca. 1-stündigen Zoom-Call in den Tagen nach dem Event.

4. Vergütung & Energieausgleich

  • Abendformate (Connect & Explore):
    • CONNECT: CHF 45.– Auszahlung pro Abend
    • EXPLORE: CHF 60.– Auszahlung pro Abend
  • DEEPEN Spaces & Retreats (Playspaces, Wochenenden & Slow Down & Listen):
    • Du erhältst für deinen Einsatz ein Guthaben in der Höhe des regulären Ticketpreises (z. B. CHF 150.– Credit bei einem Playspace).
    • Dein Guthaben kannst du flexibel einlösen für:
      • Zukünftige Teilnahme an Seminaren & Events bei mir (gilt für alle Formate, die ich allein leite – ausgenommen sind Co-Leitungen mit anderen Veranstalter:innen).
      • 1:1 Sessions bei mir (Mentoring, Tantric Bodywork Session).
    • Inklusive: Übernachtung im Raum bei mehrtägigen Events, falls du das brauchst.

5. Grenzen, Integrität & Die 2-Monate-Regel

  • Eigene Grenzen wahren: Auch in der Assistenzrolle gilt radikale Selbstfürsorge. Wenn du als Übungspartner:in einspringst oder Co-Regulation anbietest, achte streng auf deine Kapazität und melde dich beim Team, wenn du eine Pause brauchst.
  • Beziehungsaufbau & Cooling-Off Period (2-Monate-Regel):
    Wenn es zwischen dir und einer Person aus dem Teilnehmendenfeld, die du im Event neu kennengelernt hast, romantisch oder erotisch knistert:
    • Bitte warte mindestens 2 Monate nach dem Event ab, bevor du ein privates oder intimes Treffen initiierst – falls Teilnehmende auf dich zukommen, gilt die Cooling-Off Periode bis zu einem ersten Treffen auch.
    • Warum? Die intensive Feld-Energie und die Projektionen der Raumhalter-Rolle brauchen Zeit zum Sacken. Diese Pause schützt dich und die Teilnehmenden vor überstürzten Impulsen und wahrt das Vertrauen in den Raum als Dating-freie Zone.

Handlungsbeispiele für die Praxis

Situation 1: Eine teilnehmende Person wird emotional sehr stark getriggert (z. B. Weinen, Erstarrung, Panik) oder überfordert.

  • Was du tun kannst:
    • Nervensystem-Anker bieten: Nimm Blickkontakt auf oder setze dich ruhig und unaufgeregt in die Nähe. Biete somatische Co-Regulation an (Tiefer Atemzug, Boden spüren, Raum wahrnehmen).
    • Verkörperter Konsens vor Berührung: Frage immer explizit: „Möchtest du z.B. meine Hand auf deinem Rücken oder ist dir körperlicher Abstand gerade lieber?“
    • Insel der Ruhe im Raum: Begleite die Person sanft an den Rand, auf ein Liegenest oder kurz zum Teebereich im Seminarraum.
    • Wichtig zu Raumwechseln: Eine längere Begleitung außerhalb des Gruppenraums ist in den seltensten Fällen geeignet, da dadurch Kapazität im Gruppenfeld fehlt und Prozesse abgetrennt werden. Bitte checke immer zuerst mit mir ab, bevor du mit einer Person den Gruppenraum verlässt.
    • Selbstcheck: Falls du dich mit der Situation/Person unsicher fühlst oder selbst gerade gestresst/getriggert bist: Begleite die Person bitte nicht allein, sondern informiere direkt mich.
    • Team informieren: Gib der Leitung / dem Team eine Rückmeldung was geschehen ist, damit die Person auf dem Radar bleibt. Frage dazu die Person, was du mit dem Team über ihren Prozess teilen darfst.

Situation 2: Eine teilnehmende Person sucht sehr stark deinen Kontakt oder deine Bestätigung.

  • Was du tun kannst:
    • Übertragung wahrnehmen: Erinnere dich an die Projektionsfläche der Raumhalter-Rolle.
    • Reflektieren & Transparenz: Wenn du spürst, dass die Person dich als „sicheres Versteck“ oder zur Bestätigung nutzt, lade sie liebevoll ein, den Blick wieder ins Feld zu richten: „Ich spüre, dass du dich hier bei mir gerade sehr wohlfühlst. Wie wäre es, wenn wir kurz gemeinsam ins Feld schauen und du spürst, welche andere Person dich im Raum neugierig macht?“
    • Grenzen wahren: Du darfst Begegnungen mit Teilnehmenden jederzeit wertschätzend beenden, wenn du spürst, dass deine Kapazität erschöpft ist oder es sich nicht mehr stimmig anfühlt.

Situation 3: Du bemerkst eine unklare Dynamik oder eine Grenzüberschreitung zwischen Teilnehmenden.

  • Was du tun kannst:
    • Aufmerksam bezeugen: Beobachte, ob die Signale für Konsens (Körpersprache, Ausweichen, Erstarrung/Fawn) vorhanden sind.
    • Sanfte Präsenz zeigen: Stelle dich nah an das Geschehen oder gehe kurz vorbei. Oft reicht die physische Anwesenheit einer Assistenz, damit Beteiligte aus einem Autopiloten aufwachen.
    • Aktiv nachfragen: Nutze unaufgeregte, offene Fragen: „Ich wollte kurz einchecken – seid ihr beiden gut im Spürtempo und Konsens miteinander?“
    • Eingreifen / Leitung holen: Wenn ein klares Nein ignoriert wird, unterbrich die Situation sofort und informiere umgehend die Leitung.

Situation 4: Du merkst während des Events, dass du selbst getriggert wirst, müde bist oder an deine Kapazitätsgrenzen stößt.

  • Was du tun kannst:
    • Radikale Selbstfürsorge: Du musst im Raum nicht metaphorisch „sterben“, um deinen Dienst zu erfüllen.
    • Team-Support nutzen: Gehe kurz zu einer anderen Assistenz oder zur Leitung und sage ehrlich: „Ich brauche eine Pause, um mich zu sammeln / Tee zu trinken.“
    • Landeplatz im Team: Nutze das Assistenz-Team vor und nach den Sessions für emotionale Entlastung und zum Verstoffwechseln von eigenen Resonanzen.

Situation 5: Nach dem Event schreibt dich eine teilnehmende Person privat an.

  • Was du tun kannst:
    • Freundliche Distanz & Cooling-Off Period: Wenn die Nachricht rein organisatorisch ist, antworte kurz. Wenn die Nachricht flirtend, romantisch oder emotional geladen ist, erinnere höflich an den Rahmen: „Danke für deine Nachricht! Da wir uns im Rahmen des Events kennengelernt haben, halte ich mich an meine Vereinbarung einer zweimonatigen Auszeit, um die Feld-Energie sacken zu lassen. Wenn es in zwei Monaten immer noch knistert, können wir gerne schauen.“

Im Zweifel immer bei mir nachfragen:

Wann immer du dir bei einer Dynamik, einer Person, einer Übung oder deiner eigenen Kapazität unsicher bist: Komm zuerst zu mir (Michèle) und frage nach. Du musst schwierige Entscheidungen oder komplexe Prozesse im Raum niemals alleine tragen!

Offene Fragen?