building safety through somatic consent, containment and repair
„Echte Sicherheit entsteht nicht durch die Abwesenheit von Triggern, sondern durch die Fähigkeit, mit ihnen umzugehen.“
Häufig warten wir in intimen Situationen oder Gruppensettings darauf, dass ein Raum „sicher genug“ ist, um uns zu öffnen – oder wir zwingen uns zur Hingabe, obwohl unser Körper noch auf der Bremse steht. In diesem Workshop drehen wir die Perspektive um: Sicherheit ist kein passiver Zustand, sondern eine aktive, somatische Handlung. Wir laden dich ein, die Loyalität zu deinem eigenen Körper über das Ziel einer „perfekten Begegnung“ zu stellen.
Somatic Consent: Hörst du die Stimme deines Körpers?
Konsens beginnt bei der Kommunikation mit dir selbst. Wir nutzen die Körperwahrnehmung als Navigationskompass und lernen, unsere inneren Widerstände als wertvolle Information ernst zu nehmen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Erkennen des eigenen grenzüberschreitenden Verhaltens sich selbst gegenüber: Wo zwinge ich mich zur Offenheit, wo ich eigentlich Schutz brauche? Wo sage ich „Ja“, um zu gefallen, während mein System bereits auf Distanz geht? Erst wenn wir die Stimme unseres Körpers über soziale oder eigene Erwartungen stellen, entsteht ein authentischer und sicherer Dialog mit anderen.
Containment: Kannst du dich selbst halten in intensiven Situationen?
Wie viel Intensität kann ich halten, ohne mich selbst zu verlieren oder zu dissoziieren? Wir betrachten intinsive Gefühle wie z.B. Lust, Discomfort, Scham, Ekel als biologische Signale, die uns zur radikalen Verlangsamung einladen. Anstatt unbehagliche und intensive Empfindungen zu überwinden, gleich umzusetzen oder zu meiden, nutzen wir sie als Anker, um das Tempo so weit zu drosseln, dass unser Nervensystem „mitkommen“ kann. Hier führen wir die 5%-Bedürfnis-Regel ein: Wenn wir eine Lust oder einen Wunsch in uns wahrnehmen, üben wir, erst einmal nur einen kleinen Teil des Impulses in Erfahrung zu bringen. So erweitern wir die Kapazität für das eigene Erleben, ohne das System zu fluten. #KörperfühlTempo anstatt All-In Bedürfnisbefriedigung.
Repair: Wie geht es weiter nach Grenzverletzungen?
Vertrauen wächst nicht dort, wo nie Fehler passieren, sondern dort, wo Brüche geheilt werden. Wir widmen uns der Art of Repair: Wie wir kleine bis verheerende Grenzüberschreitungen oder Missverständnisse ansprechen und somatisch sowie beziehungsdynamisch integrieren. Das Wissen, dass wir „reparieren“ können, nimmt den Druck, alles richtig machen zu müssen. Es öffnet das Tor zu einem breiteren Spektrum an Begegnungsfläche, Intimität und Kreativität.
Der Fokus vom Seminar
Wir erforschen in diesem sex-positiven Lernraum sowohl körperliche als auch emotionale Interaktionen. Unser Weg führt über den Zyklus: Verlangsamen – Wahrnehmen – Handeln – Regulieren – Reparieren.
Für wen?
Für Einzelpersonen und Paare, die Lust haben, ihre Beziehungsfähigkeit auf ein somatisches Fundament zu stellen und lernen wollen, was ihnen wirklich Sicherheit gibt – im Kontakt mit sich selbst und anderen.
Details & Anmeldung
Leitung: Michele Brand & Jasmin Dallafior (Onda+Mare)
Format & Raum: Wir kreieren einen 2-tägigen somatischen Forschungsraum, in dem wir durch Einzel- und Partnerübungen tief in das Erleben eintauchen. Als sex-positiver Lernraum sind Nacktheit, Berührung und körperliche Interaktionen mögliche und willkommen geheißen Bestandteile der gemeinsamen Erfahrung.
Die Grenze des Seminarsettings: Um Verlangsamung und Kreativität zu gewährleisten, findet innerhalb des Workshops keine Penetration statt.
Radikale Freiwilligkeit: Alles in diesem Workshop ist eine Einladung, kein Muss. Wir legen größten Wert auf deine Autonomie: Du entscheidest in jedem Moment selbst über dein Level an Beteiligung. Dein Nervensystem gibt das Tempo vor – aktives Zuschauen, Reflektieren oder Pausen sind jederzeit wertvolle und willkommene Formen der Teilnahme.