SLOW INTIMACY

Sicherheit im Kontakt: Heilung von Misstrauen, Überforderung und Trauma

Kennst du diesen ambivalenten Raum in dir: Du sehnst dich nach Nähe, empfindest sie aber gleichzeitig als bedrohlich?

In den Slow Intimacy Sessions nehmen wir uns bewusst viel Zeit und Raum, um deine Sehnsucht und dein Misstrauen in einem erfahrbaren, achtsamen Setting zu erforschen.

Hier lernst du behutsam, wichtige Kompetenzen für eine sichere, entspannte und einvernehmliche Körperlichkeit zu erschliessen. Das Ziel ist ein gestärktes, selbstbestimmtes Verhalten rund um deine emotionalen und sexuellen Bedürfnisse und Grenzen.

Was dich erwartet . Deine Session buchen . FAQ’s – Slow Intimacy


Für wen sind die Slow Intimacy Sessions geeignet?

Diese Sessions sind spezifisch ein Traumaheilraum für alle, die tiefe Arbeit im Bereich Intimität suchen.

Besonders geeignet, wenn du:

  • Die Medizin der Langsamkeit rufst.
  • Viel Zeit brauchst, um dich in Interaktionen selbstbestimmt und klar wahrzunehmen.
  • Schwierigkeiten hast, deine Grenzen und Bedürfnisse für emotionale oder physische Intimität wahrzunehmen und zu kommunizieren.
  • Dich immer wieder in Beziehungen befindest, die dich verletzen oder dir Energie rauben.
  • Mit den Folgen emotionaler oder physischer Übergriffe ringst und dir die Möglichkeit für eine nährende, einvernehmliche Intimität neu erarbeiten möchtest.

Trauma entsteht in Beziehung und heilt in Beziehung.


Was passiert in einer Slow Intimacy Session?

Trauma entstand, wo zu viel, zu schnell passiert ist und wir damit allein waren. Heilung entsteht durch: Langsamkeit, Selbstkontakt und eine im Körper gefühlte Sicherheit im Kontakt zu anderen.

  • Der Wegweiser: Deine Entspannung und dein Selbstkontakt sind die wichtigsten Wegweiser in der Session. Wenn das System in die verkörperte Entspannung und gefühlte Sicherheit kommt, kann es alte Verletzungen verarbeiten und neu integrieren.
  • Individuelle Gestaltung: Das Begegnungssetting stimmen wir gemeinsam spezifisch auf dein Thema ab (z.B. mit/ohne Nacktheit, Nähe/Distanz, Berührung empfangen/geben).
  • Tiefe Forschung: In der Langsamkeit entsteht Raum, um in dich hineinzuspüren: Was passiert da genau in dir? Welche Emotionen werden wach? Welche Muster werden getriggert?

Rahmenbedingungen & Wichtiges

Fokus: Klare Ausrichtung auf Langsamkeit, Prozessbegleitung und Traumaheilung.

Setting: Vor Ort, gemütliche Kleidung. Nacktheit oder Unterwäsche ist möglich, aber nicht zwingend.

Erforscht: Nähe/Distanz, Berührung empfangen/geben, innere Grenzen/Bedürfnisse klar wahrnehmen/ausdrücken.

No-Go’s: Kein Küssen, keine Penetration, kein Oralsex. (Weitere Punkte unter Allgemeiner Rahmen).

Hinweis: Bei starken Missbrauchserfahrungen (z.B. in der Kindheit oder rituellem Missbrauch) soll zusätzlich ein:e Sexualtherapeut:in oder Psychiater:in konsultiert werden.

Buchungsinformationen

Die Slow Intimacy Session ist für 2,5 Stunden buchbar. Bitte plane insgesamt ca. 1 Stunde zusätzlich ein, da die Session 20–30 Minuten Vorgespräch und 20 Minuten Ausklang beinhaltet.


Deine Slow Intimacy Session buchen:

*PREISKATEGORIEN | Kat I : regelmässige Sessions, um an einem Anliegen vertiefter zu arbeiten – mind. 3 Sessions innerhalb 6 Monaten. Kat II : Geniessen. Wellness. Oder einmalige Prozessbegleitung. Kat III : regelmässige Sessions (wie Kat I) für Menschen mit sehr eingeschränkten finanziellen Ressourcen – Bewerbung erforderlich.

Langsamkeit. Neues Vertrauen schaffen. Traumaarbeit.


FAQ’s – Slow Intimacy Session

Wieso sollen Grenzen etwas Gutes sein in intimen Begegnungen? Da soll es doch um Liebe gehen?

Gerade weil es um Liebe und erfüllte Begegnung geht, sind klare Grenzen essenziell. Liebe und Nähe können nur im Gefühl der Sicherheit entstehen. Eine Grenze ist keine Mauer, sondern ein klares Signal des Selbstkontakts: „So weit möchte ich gehen, und das brauche ich.“ Wenn beide Partner ihre Grenzen ehrlich mitteilen und diese respektiert werden, verschwindet die Angst vor Überraschung und Übergriff. Das schafft die notwendige Sicherheit, damit sich echte, tiefe Liebe und Entspannung überhaupt entfalten können. Grenzen sind der Rahmen, in dem Liebe sicher fliessen kann.

Ich habe einen sexuellen Übergriff erlebt – wie soll das wieder heil werden?

Traumatische Erfahrungen können nicht durch schnelles Vergessen oder Erzwingen von Nähe geheilt werden. Heilung entsteht durch Langsamkeit, Selbstbestimmung und Korrekturerfahrungen im Kontakt. In den Slow Intimacy Sessions schaffen wir einen gehaltenen, trauma-sensitiven Raum, in dem du ohne Leistungsdruck üben kannst:

  1. Deinen Körper wieder als sicheren Ort wahrzunehmen.
  2. Deine Grenzen jederzeit und ohne Begründung zu setzen.
  3. Zu erleben, dass deine Grenzen absolut respektiert werden.

Wir arbeiten nicht am Trauma selbst, sondern am Aufbau von innerer Sicherheit und Handlungsfähigkeit in intimen Kontexten.

Ich erkenne narzisstisches und übergriffiges Verhalten in mir und möchte einen neuen Umgang finden – können wir dafür ein kraftvolles Setting gestalten?

Ja. Dieser Wunsch nach Transformation und Verantwortungsübernahme ist ein wichtiger und mutiger Schritt. Wir können ein Setting gestalten, das dir hilft, die Muster hinter dem Verhalten zu erforschen – oft sind dies tiefliegende Ängste vor Mangel oder Ablehnung.

Der Fokus liegt darauf, durch körperzentrierte Übungen zu lernen:

  • Deinen eigenen inneren Mangel und deine Bedürfnisse wahrzunehmen, ohne sie sofort beim Gegenüber einfordern zu müssen.
  • Die Grenzen des Gegenübers wirklich zu respektieren, selbst wenn dies deine Bedürfnisse nicht sofort erfüllt.
  • Response-Ability (Antwort-Fähigkeit) statt impulsiver Reaktionen zu entwickeln.

Dies ist anspruchsvolle Arbeit, aber essenziell für dein Wachstum und deine Beziehungsfähigkeit.

Ich habe keine Intimitätstraumata – kann ich dennoch eine Slow Intimacy Session buchen?

Absolut. Die Prinzipien der Slow Intimacy – Langsamkeit, Konsens, Selbstkontakt und das Vermeiden von Leistungsdruck – sind für jeden Menschen wertvoll.

Auch ohne klassisches Trauma hilft dir die Session, tiefer an deine Gefühle und in deine verkörperte Lust zu kommen. Sie ist ideal, wenn du:

  • Dich einfach nach einem langsamen, nährenden und bewussten Kontakt sehnst.
  • Deine Fähigkeit erweitern möchtest, echte Intimität und Verbindung ohne das Ziel eines schnellen Höhepunkts zu erleben.
  • Deine Beziehungskompetenzen auf ein achtsames, fortgeschrittenes Niveau heben möchtest.
Wie viele Sessions sind nötig, um eine Veränderung zu spüren?

Heilung braucht Zeit und ist individuell. Schon eine Session kann dir eine neue innere Sicherheit und neue Werkzeuge an die Hand geben. Für eine tiefgreifende Integration der „Medizin der langsamen Begegnung“ und zur nachhaltigen Entspannung des Nervensystems empfiehlt sich jedoch eine Begleitung über mindestens 3 bis 5 Sessions.

Was passiert zwischen den Sessions? Gibt es Hausaufgaben?

Ja, oft gibt es Übungen oder „Hausaufgaben“ (z.B. Achtsamkeitsübungen, Atemtechniken, Tagebuch-Fokus). Ziel ist es, die im sicheren Raum erlebte Selbstregulation und Selbstwahrnehmung in deinen Alltag zu übertragen.

Wie läuft der Prozess ab, wenn eine emotionale Überforderung (Trigger/Flashback) in der Session auftritt?

Das ist der Kern unserer Trauma-sensitiven Arbeit. Wir unterbrechen sofort und nehmen uns alle Zeit, die du brauchst, um dich zu regulieren. Wir nutzen Tools wie Atem, Tönen, oder Orientierung im Raum, um dich aus dem dissoziativen Zustand (Freeze/Flashback) zurück in den Hier und Jetzt-Kontakt zu bringen. Deine Sicherheit und Regulierung stehen immer an erster Stelle.

Kann ich eine Slow Intimacy Session auch als Paar buchen, wenn wir beide Traumata haben?

Der Fokus der Slow Intimacy liegt primär auf der individuellen Heilung und der Neuorientierung des eigenen Nervensystems im sicheren Kontakt. Paar-Sessions sind möglich, wenn das primäre Ziel die Kommunikation und Konsens-Fähigkeit ist. Bei komplexen, individuellen Traumata empfiehlt sich jedoch zuerst die Einzelarbeit. Möglich ist, der Fokus auf eine Person zu nehmen, während der/die Partner:in präsent im Raum dabei ist und eventuell unterstützende Funktionen übernimmt.

Warum dauern die Sessions 2,5 Stunden und beinhalten so viel Zeit für Vor- und Nachgespräch?

Die lange Dauer ist essenziell für die Langsamkeit und Sicherheit. Dein Nervensystem braucht Zeit, um anzukommen und wieder auszuleiten. Das ausführliche Vor- und Nachgespräch dient nicht nur dem Organisatorischen, sondern der klaren Einschwingung (Setting the frame) und der Integration der Erfahrung, um das Risiko von Disregulation nach der Session zu minimieren.

Hast du weitere Fragen, oder bist dir unsicher, ob diese Session das Richtige für dich ist?