für bewusste intime Begegnungen
Egal, für welche Art von (intimer) Begegnung oder Beziehung du dich entscheidest – ob es ein spielerischer, kurzer Moment oder eine ernsthafte Langzeitverbindung ist: Ehrlichkeit und Klarheit sind die Basis für authentische, erfüllende Begegnungen. Es hilft enorm, auszusprechen: Was willst du wirklich und was ist bei dir gerade verfügbar? Auf dieser Basis könnt ihr gemeinsam Vereinbarungen treffen, wie eure Bedürfnisse erfüllt werden können (oder eben nicht).
- R – Relationship (Beziehung)
- B – Boundaries (Grenzen)
- D – Desires (Wünsche/Sehnsüchte)
- S – Sexual Health (Sexuelle Gesundheit)
- M – Meaning (Bedeutung)
- (A – Aftercare / Nachsorge)
- (F – Fear / Angst)
- (T – Trauma)
Geht diese Themen gemeinsam durch und hakt nach, wenn du das Gefühl hast, dein Gegenüber noch nicht ganz verstanden zu haben. Die Reihenfolge ist dabei nicht wichtig. Es kann zum Beispiel sehr verbindend sein, mit den Ängsten zu beginnen, um den Raum mit Verletzlichkeit zu öffnen.
R – Relationships: In was für Beziehungen befindest du dich gerade? Welche Vereinbarungen hast du dort getroffen, die diese neue Begegnung beeinflussen könnten?
- What kind of relationship do you have? – Kate Hakala
B – Boundaries: Welche persönlichen Grenzen hast du? Gibt es Grenzen, die sich aus deinen anderen Beziehungen ergeben? Was möchtest du auf keinen Fall, dass es passiert?
D – Desires: Welche Wünsche habt ihr füreinander? Seid mutig und ehrlich. Übt euch gleichzeitig in Erwartungslosigkeit: Betrachtet das Teilen von Wünschen als ein Geschenk und als einen Moment großer Verletzlichkeit. Wenn eure Wünsche nicht sofort matchen (also nicht beide ein klares „Hell Yes“ haben), macht Gegenvorschläge, bis ihr eine Vereinbarung findet, die sich für beide wirklich gut anfühlt. Oder stellt fest, dass ihr hier kein „Match“ seid und sagt freundlich „Nein“ zueinander – auch das ist völlig in Ordnung.
Dich selbst besser kennenzulernen und zu wissen, was du willst (und was nicht), ist ein fortlaufender Prozess der Selbstliebe. Hier sind einige Impulse dazu:
- Core Erotic Themes (CET) & Sexual Styles – ISTA PODCAST
- The Wheel of Consent – Betty Martin
S – Sexual Health: Wann war dein letzter Test auf sexuell übertragbare Infektionen (STIs), worauf wurde genau getestet (Standardtests beinhalten oft nicht alles) und wie war das Ergebnis? Auch wichtig: Wann und wie hattest du zuletzt Sex und welche Safer-Sex-Praktiken hast du genutzt? Welche Safer-Sex-Vereinbarung wollt ihr für eure gemeinsame Interaktion treffen?
M – Meaning: Was bedeutet es für dich, diese Interaktion einzugehen? Welche Art von Beziehung wollt ihr im Hier und Jetzt leben? (Einmaliges Treffen, Freundschaft Plus, emotionale Unterstützung, gemeinsame Familiengründung, Arbeitsbeziehung…). Jeder Mensch verbindet andere Vorstellungen mit bestimmten Beziehungsformen. Klarheit darüber schafft Verbindung, Freude und Leichtigkeit. Ohne dieses Gespräch riskieren wir, falsche Erwartungen zu wecken oder uns in fiktiven Ideen über die Entwicklung der Beziehung zu verlieren – was sich selten integer anfühlt.
A – Aftercare: Welche Fürsorge braucht ihr nacheinander, wenn die Begegnung vorbei ist? (Keine, ein Check-in nach 1–3 Tagen, eine Nachricht zum Geburtstag…).
F – Fears: Welche Ängste tauchen auf, während du deinem Gegenüber begegnest oder deine Wünsche und Grenzen aussprichst?
T – Trauma: Informiert euch gegenseitig über bekannte Trigger, die einen Trauma-Zustand auslösen könnten (Kampf-, Flucht- oder Erstarrungsreaktionen) oder über Bereiche, in denen du Taubheit im Körper spürst. Über diese Trigger Bescheid zu wissen (auch wenn es unbewusste geben mag), schafft Bewusstsein und ermöglicht es, informierter und gelassener zu reagieren, wenn solche Situationen entstehen.
- Selbst-Regulation von Traumazuständen