
Die Arbeit, die ich anbiete, ist tief in der Überzeugung verwurzelt, dass unsere inneren Zustände und unsere Beziehungen unzertrennlich mit den gesellschaftlichen Systemen verbunden sind, in denen wir leben. Diese Seite ist eine Landkarte der unsichtbaren Kräfte, die uns beeinflussen – und die wir durch bewusste Verkörperung und Intimität verändern können.
- Einsamkeit und Vereinsamung
- Hyperkonnektivität und Überstimulation
- Das Patriarchat
- Der Kapitalismus
- Kolonialisierung
- Vom Denken zum Verkörpern
Einsamkeit und Vereinsamung
Worum geht’s? Einsamkeit ist nicht einfach nur das Alleinsein. Es ist das schmerzhafte Gefühl, innerlich abgeschnitten zu sein – von uns selbst, von anderen Menschen und von der Welt um uns herum. Es ist ein Zustand der Isolation, den wir mitten in einem überfüllten Raum oder in einer Beziehung erleben können. Die Weltgesundheitsorganisation WHO bezeichnet Einsamkeit in der westlichen Welt bereits als Epidemie.
Welche Kraft hat es heute? Einsamkeit hat die Kraft, uns in einem endlosen Kreislauf der Suche nach Bestätigung oder Konsum zu halten. Wir fühlen uns ungesehen und sind oft bereit, diese innere Leere mit schnellen, oberflächlichen Verbindungen oder materiellen Dingen zu füllen.
Wie spiegelt es sich in unserem Körper, unseren Beziehungen und unserer Sexualität wider? Im Körper zeigt sich Einsamkeit oft als eine Grundspannung, ein eingeklemmtes Gefühl im Brustkorb oder ein Mangel an innerer Lebendigkeit. Wir ziehen uns körperlich zusammen, um uns vor weiterem Schmerz zu schützen. In Beziehungen äussert es sich als die Unfähigkeit, uns wirklich zu zeigen. In der Sexualität führt Einsamkeit oft zu funktionalem Sex, der als Mittel zur Bestätigung oder als eine schnelle Lösung für ein Gefühl der Leere dient. Das Bedürfnis nach echter, intimer Verbindung bleibt dabei unerfüllt, und wir fühlen uns selbst nach der sexuellen Interaktion innerlich weiterhin allein.
Welche Schritte helfen, diese destruktiven Räume zu verlassen? Der erste Schritt ist, die Einsamkeit als eine Einladung zu verstehen, sich wieder mit sich selbst zu verbinden. Durch Achtsamkeit und bewusste Körperarbeit können wir unsere inneren Räume wieder bewohnen. Sobald wir uns selbst spüren, können wir auch im Aussen wieder authentischere Verbindungen aufbauen.
Hyperkonnektivität und Überstimulation
Worum geht’s? Hyperkonnektivität beschreibt das Phänomen, dass wir fast immer und überall online sind. Überstimulation ist das Resultat davon: unser Gehirn wird ständig mit Informationen, Benachrichtigungen und Eindrücken bombardiert. Wir leben in einem permanenten Zustand des „immer erreichbar seins“ und „immer etwas verpassen zu können“.
Welche Kraft hat es heute? Diese konstante Vernetzung hat die Kraft, unsere Aufmerksamkeit zu fragmentieren und unser Nervensystem in einen Zustand chronischer Überreizung zu versetzen. Es führt zu einer kollektiven Unruhe, einem Gefühl der inneren Leere und einer tiefen Angst, nicht „gut genug“ oder „interessant genug“ zu sein. Wir verlernen, im Moment präsent zu sein, da der nächste Impuls bereits auf uns wartet.
Wie spiegelt es sich in unserem Körper, unseren Beziehungen und unserer Sexualität wider? Im Körper zeigt sich Überstimulation als chronische Anspannung, Erschöpfung und die Unfähigkeit, wirklich zu entspannen. Wir sind ständig auf der Suche nach dem nächsten Kick. In Beziehungen äussert sich das als oberflächliche Kommunikation, mangelnde Präsenz und der Drang, digitale Interaktionen über physische Nähe zu stellen. In der Sexualität führt es zu einem Fokus auf schnelle, intensive Reize und auf die Suche nach Neuem, das uns überfordert. Das macht es fast unmöglich, die feinen, subtilen Empfindungen im eigenen Körper wahrzunehmen und zu geniessen.
Welche Schritte helfen, diese destruktiven Räume zu verlassen? Der Weg hinaus beginnt mit dem bewussten Setzen von Grenzen. Es geht darum, bewusst Pausen einzulegen, das Handy wegzulegen und sich der Stille und dem Jetzt hinzugeben. Deine Arbeit ist hier ein direkter Gegenentwurf: Achtsamkeitspraktiken, Slow Sex und Körperarbeit sind wie ein digitaler Detox für das Nervensystem. Sie lehren uns, wieder im Körper anzukommen, im Stillstand zu finden und das eigene Tempo und die eigene Sinnlichkeit zu spüren, ohne den Druck der konstanten Reizüberflutung.
Das Patriarchat
Worum geht’s? Das Patriarchat ist weit mehr als nur die Herrschaft von Männern über Frauen. Es ist ein System der Dominanz und Kontrolle, das auf Hierarchie und der Trennung von Kopf und Körper beruht. Es lehrt uns, dass rationales Denken über Gefühlen steht, und dass Macht wichtiger ist als Verbundenheit. Es schreibt starre Rollen vor, die auch für Männer unerfüllbar sind – speziell für männlich sozialisierte Personen sind Gefühle und Verletzlichkeit ein Taboo. was unter anderem zur „Male Loneliness Epidemic“ beiträgt.
Welche Kraft hat es heute? Seine Kraft ist so gross, weil es uns nicht nur von aussen, sondern auch von innen lenkt. Es formt unsere Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit, diktiert, wie wir Gefühle zeigen dürfen und wertet weiche, empfängliche Qualitäten als schwach ab. Innerhalb dieses Systems wird die „emotionale und physische Verfügbarkeit der Frau“ als ein Wert betrachtet, was zu einem Ungleichgewicht in Beziehungen führt, die auf Besitz, nicht auf echter Begegnung beruhen.
Wie spiegelt es sich in unserem Körper, unseren Beziehungen und unserer Sexualität wider? Im Körper zeigt es sich als Panzerung: Ein starker, robuster Körper, der keine Verletzlichkeit zulässt. Bei vielen Menschen manifestiert es sich als eine Trennung vom eigenen Becken und den Gefühlen, die dort sitzen. In Beziehungen führt es zu Machtkämpfen, Kommunikationsstörungen und der Unfähigkeit, sich verletzlich zu zeigen. In der Sexualität äussert sich das Patriarchat oft in Leistungsdruck und einem Fokus auf das Erreichen von Zielen, anstatt im Moment präsent zu sein. Die Sexualität wird als ein Feld der Eroberung gesehen, nicht als ein Raum für gegenseitige Hingabe und Verbundenheit.
Welche Schritte helfen, diese destruktiven Räume zu verlassen? Der Weg hinaus beginnt mit der bewussten Rückeroberung unserer emotionalen Landschaft. Körperarbeit und somatische Praktiken helfen uns, die Panzerungen zu lösen und den Kopf wieder mit dem Körper zu verbinden. Es geht darum, neue Wege der Kommunikation zu finden, die nicht auf Kontrolle, sondern auf Empathie und Verletzlichkeit basieren.
Der Kapitalismus
Worum geht’s? Kapitalismus ist nicht nur ein Wirtschaftssystem. Es ist ein kulturelles System, das alles zu einer Ware macht – auch unsere Zeit, unsere Beziehungen und unseren Körper. Es wertschätzt das, was messbar und profitabel ist, und vernachlässigt das, was nicht auf einer Bilanz steht.
Welche Kraft hat es heute? Seine grösste Kraft ist, dass es uns dazu bringt, unseren eigenen Wert über unsere Produktivität zu definieren. Die Idee der „Selbstoptimierung“ ist das direkte Resultat davon – wir müssen uns ständig verbessern, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dabei werden all jene an den Rand gedrängt, die nicht produktiv sind: alte Menschen, physisch oder psychisch Kranke, die weniger Erfolgreichen oder die „Unangepassten“.
Wie spiegelt es sich in unserem Körper, unseren Beziehungen und unserer Sexualität wider? Im Körper zeigt es sich als ständige Erschöpfung, Überreizung des Nervensystems und ein Gefühl, ein „Ressource“ zu sein, die ausgebeutet wird. In unseren Beziehungen führt es zu einem Leistungsdruck: Wir müssen „funktionieren“ und haben keine Zeit für echtes, unproduktives Sein. In der Sexualität äussert sich dies in einem Fokus auf die Dauer und Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs, als würde man damit „Punkte sammeln“ und seinen eigenen Wert beweisen. Intimität wird zu einem Ziel, anstatt ein Zustand des gemeinsamen Seins.
Welche Schritte helfen, diese destruktiven Räume zu verlassen? Der Weg hinaus beginnt mit radikaler Präsenz. Es geht darum, bewusst innezuhalten, den Wert von Stille und Ruhe zu finden und Beziehungen von jeglicher „Performance“ zu befreien. Slow Sex ist ein perfektes Beispiel dafür: Es lehrt uns, den Wert von Genuss und Verbindung jenseits von Produktivität und Zielen wiederzuentdecken.
Kolonialisierung
Worum geht’s? Kolonialisierung ist ein System der Beherrschung und Entwertung. Es behauptet, dass eine Weltanschauung die einzige richtige ist, und unterdrückt alle anderen. Im Kern ist es der Glaube, dass der Verstand und die zivilisierte Welt über dem Körper, der Natur und allen „anderen“ stehen.
Welche Kraft hat es heute? Seine Kraft ist, dass es uns von unserem eigenen inneren Wissen getrennt hat. Es hat uns gelehrt, externen Autoritäten (Wissenschaft, Religion) mehr zu vertrauen als unserer eigenen Intuition und unseren eigenen Körpergefühlen. Wir sind in unserem eigenen Körper und unserer Psyche kolonialisiert – wir misstrauen unserer inneren Stimme und unseren tiefsten Impulsen.
Wie spiegelt es sich in unserem Körper, unseren Beziehungen und unserer Sexualität wider? Im Körper manifestiert sich das als ein tiefes Misstrauen in die eigene Intuition und die eigenen Empfindungen. Wir fühlen uns oft nicht zugehörig, da unser Körper und unsere Gefühle nicht den gesellschaftlichen Normen entsprechen. In unseren Beziehungen haben wir die Verbindung zur Gemeinschaft und zur Natur verloren und vergessen, wie ein Miteinander jenseits von Hierarchien funktioniert. In der Sexualität spiegelt sich die Kolonialisierung in der Abwertung der eigenen sinnlichen Erfahrungen, wenn sie nicht den westlichen Vorstellungen von Lust entsprechen. Wir suchen nach Bestätigung von aussen, anstatt unserer eigenen inneren Führung und den Impulsen unseres Körpers zu vertrauen.
Welche Schritte helfen, diese destruktiven Räume zu verlassen? Der Weg hinaus ist die Dekolonialisierung unserer Körper und unseres Denkens. Das bedeutet, wieder die Hoheit über unsere Intuition und unsere innere Weisheit zu übernehmen. Durch somatische Traumaarbeit können wir die alten Glaubenssätze, die uns von uns selbst trennen, neu schreiben. Wir lernen, unseren Sinnen zu vertrauen und unseren Körper als Quelle von Weisheit zu ehren, anstatt ihn als etwas zu sehen, das kontrolliert oder beherrscht werden muss.
Vom Denken zum Verkörpern
Diese Themen mögen auf den ersten Blick überwältigend wirken. Doch der wahre Wandel beginnt nicht in grossen politischen Debatten, sondern im Stillen – in deinem eigenen Körper und in deinen Beziehungen. Meine Arbeit ist ein Angebot, die Konzepte nicht unbedingt zu verstehen, sondern ihre Auswirkungen auf dich als Individuum bewusst wahrzunehmen. Im geschützten Raum kannst du die vermeintliche Normalität innerer Zustände hinterfragen, alte Muster spüren, loslassen und einen neuen, authentischen Weg für dich finden. Wenn du bereit bist, deine eigene innere Revolution zu starten, lade ich dich herzlich ein, dich mir auf dieser Reise anzuschliessen.

Die hier beschriebenen gesellschaftlichen Dynamiken werden oft durch unsere persönlichen Erfahrungen verinnerlicht und in unserem Nervensystem gespeichert. Wenn du verstehen möchtest, wie diese Themen deine inneren Landkarten geprägt haben, lies weiter auf der Seite: Frühkindliche Entwicklung: Wie Nähe gelernt wird.